Voraussetzungen einer Ehescheidung - scheidung-winsen

Rechtsanwalt Martin Benthack

Kanzlei an der
Wassermühle
Fachanwalt für Familienrecht
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Sie möchten sich scheiden lasssen – Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?

Folgende Unterscheidungen, die für die gerichtliche Zulässigkeit eines Schediungsverfahrens notwendig sind, einer gibt es:

Zerrüttungsprinzip
Trennung als Scheidungsvoraussetzung
Scheidung nach einjährigem Getrenntleben
Scheidung nach dreijährigem Getrenntleben
Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres
Keine Scheidung trotz mehrjährigem Getrenntleben

Zerrüttungsprinzip

Bereits seit der ersten großen Reform des Familienrechts im Jahre 1977 gilt  im Scheidungsrecht das sogenannte Zerrüttungsprinzip.  Demnach kann eine Ehe  geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Eine Ehe wird vom  Gesetzgeber als gescheitert angesehen, wenn die Ehegatten nicht mehr in  ehelicher Lebensgemeinschaft leben und auch nicht erwartet werden kann,  dass diese von den Ehegatten wiederhergestellt wird.


Trennung als Scheidungsvoraussetzung
Voraussetzung für die Ehescheidung ist also in jedem Fall das Getrenntleben der Ehegatten. Was der Gesetzgeber unter Getrenntleben versteht: Wenn zwischen den Ehegatten keine häusliche Gemeinschaft mehr besteht und erkennbar ist, dass mindestens einer der Ehegatten diese auch nicht mehr herstellen will. Dabei kann das Getrenntleben auch innerhalb der Ehewohnung stattfinden. Einzelheiten zum Getrenntleben und dessen Konsequenzen finden Sie auf der Seite: Trennung – Voraussetzungen und Konsequenzen


Scheidung nach einjährigem Getrenntleben
Leben die Ehegatten mindestens ein Jahr getrennt voneinander und beantragen beide  die Ehescheidung oder ein Ehegatte stimmt dem Scheidungsantrag des  anderen Ehegatten zu, wird gesetzlich unwiderlegbar vermutet, dass die  Ehe zerrüttet ist (1566 Abs. 1 BGB). Wenn die Voraussetzungen für eine einvernehmliche Ehescheidung erfüllt sind, wird das Gericht die Ehe dann scheiden. (Mehr Infos zum Thema: einvernehmliche Scheidung).
Widerspricht ein Ehegatte nach einjährigem  Getrenntleben der Ehescheidung, führt dies nicht zwangsläufig zur  Abweisung des Scheidungsantrags des anderen Ehegatten. Diesem bleibt  weiterhin unbenommen, nachzuweisen, dass die Ehe trotzdem zerrüttet und deshalb zu scheiden ist. Dieser Beweis ist in der Regel aber nur sehr schwer zu erbringen.


Scheidung nach dreijährigem Getrenntleben
Leben die Ehegatten seit mehr als drei Jahren getrennt voneinander, wird die unwiderlegbare gesetzliche Vermutung  aufgestellt, dass die Ehe gescheitert ist. Nunmehr kommt es für die  Scheidung nicht mehr darauf an, ob beide Ehegatten den Scheidungsantrag  stellen, oder ein Ehegatte dem Scheidungsantrag des anderen zustimmt.  Auch wenn nur ein Ehegatte den Scheidungsantrag stellt, wird die Ehe für  gescheitert gehalten und geschieden.


Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres
In besonderen Ausnahmefällen besteht auch ohne Ablauf  eines Trennungsjahres die Möglichkeit, eine Ehe zu scheiden.  Demnach ist eine Ehe auch vor Ablauf  eines Trennungsjahres zu scheiden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den  Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten  liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde.
Es handelt sich hier um einen Ausnahmetatbestand,  der von den Gerichten nur sehr selten bejaht wird. Erfahrungsgemäß dauert das Scheidungsverfahren dann auch länger, als wenn man abgewartet hätte.

Keine Scheidung trotz mehrjährigem Getrenntleben
In ganz seltenen Ausnahmefällen kann ein Ehegatte die  Ehescheidung verhindern, obwohl die Ehe als gescheitert gilt.
Zum Beispiel wenn es das Wohl der aus  der Ehe hervorgegangenen Kinder aus besonderen Gründen gebietet, dass  die Ehe aufrechterhalten wird. Oder wenn es für den die Scheidung  ablehnenden Ehegatten auf Grund außergewöhnlicher Gründe eine schwere  Härte darstellen würde, die es ausnahmsweise gebietet, die Ehe  fortzuführen.
Diese Ausnahmen sind aber nur sehr sehr selten und  von einem Gericht ganz besonders zu prüfen. Die mit jeder Scheidung  verbundenen Verletzungen und Unannehmlichkeiten reichen mit Sicherheit  nicht aus, die Scheidung zu verhindern.


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